Die ZEW-Veröffentlichung macht deutlich: Die wirtschaftliche Lage bleibt ernst, und die Aussichten sind alles andere als rosig. Viele Beschäftigte schauen mit großer Sorge in die Zukunft, Betriebe halten Investitionen zurück. Das trifft Regionen wie Schweinfurt besonders hart, wo die Zulieferindustrie das Rückgrat der Wirtschaft bildet.

Conrad betont, dass ausbleibende Investitionen und Unsicherheit bereits spürbare Konsequenzen haben:

„Wenn Betriebe nicht wissen, ob sie in neue Maschinen investieren können, ob Energie bezahlbar bleibt und wie sicher ihre Auftragslage ist, dann trifft das am Ende immer die Belegschaft. Die Zurückhaltung der Betriebe ist ein klares Alarmzeichen: Die Nachfrage für die Produktion von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen sinkt. Hier helfen keine Kostensenkungen und niedrigere Preise, es braucht neue Produkte und Technologien. Sparen an falscher Stelle schiebt den Abstieg der deutschen Automobilindustrie nur weiter auf.“

Die Abgeordnete kritisiert die Union scharf:

„Verbrenner-Aus, Bürokratie, Lohnkosten, US-Zollpolitik. All das wird als Begründung genannt, um die strukturelle Krise der deutschen Autoindustrie zu begründen. Die Beschäftigten müssen – wie so oft – für das bezahlen, was sich die Konzerne und wankelmütigen Regierungen jahrelang selbst eingebrockt haben. Die E-Mobilität wurde politisch immer wieder verschleppt. Es ist auch über Jahre zu wenig investiert worden in neue, überzeugende Produkte. Statt Planungssicherheit zu schaffen und Zukunftsindustrien zu stärken, erleben wir Blockaden und Sparpolitik – und das mitten in einer Phase tiefgreifender wirtschaftlicher Veränderungen.“

Neben den Zahlen des ZEW zeigt sich die Situation der Automobilwirtschaft besonders drastisch in einer Analyse des Handelsblatts vom 11. November. Sie besagt, dass deutsche Hersteller besonders auf den chinesischen Markt angewiesen sind – doch genau dort verlieren sie zunehmend an Boden gegenüber lokalen Produzenten. Während chinesische Hersteller strategisch in Elektromobilität und Batterietechnologien investieren, haben deutsche Konzerne zu spät und zu langsam umgesteuert. Das bedeutet, dass Zulieferbetriebe, die seit Jahrzehnten Motor- und Getriebetechnik liefern, in wirtschaftliche Unsicherheit geraten, weil die nötige Unterstützung beim Übergang zu E-Mobilität nicht schnell genug kommt.

Für Conrad ist klar:

„Wir brauchen keinen Blankoscheck für die Industrie – wir brauchen gezielte Investitionen in die Transformation: neue Fertigungstechnologien, digitale Infrastruktur, Energiespeicherung, Batterietechnik, Ladeinfrastruktur, Weiterqualifikation von Fachkräften und klimafreundliche Produktion. Es geht darum, den Wandel aktiv zu gestalten. Wer Zukunft will, muss sie bauen.“